Friedlandgedächtnisstätte - auch Mahnmal genannt

Die Idee zum Bau dieser Gedächtnisstätte wurde schon 1957 erörtert. Nach Ankauf des notwendigen Geländes auf dem privaten Spendenwege sammelte der Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißten-Angehörigen Deutschlands e.V. (VdH) zusammen mit Heimatvertriebenen im Jahre 1964 einen Betrag von über 500.000,-- DM. Nach einem Vorentwurf des Friedlandpreisträgers Prof. Fritz Theilmann und nach einem endgültigen Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Hans Wechter / Martin Bauer wurde die Friedlandgedächtnisstätte in dieser Form gebaut.

Am 15. Mai 1966 fand die Grundsteinlegung durch den früheren Bundeskanzler Dr. Adenauer und den Präsidenten des VdH Heimeshoff statt.

Die Einweihung erfolgte am 15. Oktober 1967, wiederum im Beisein hervorragender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und des VdH.

Dieses Mahnmal soll nach dem Text der Grundstein-Urkunde ein Mahnmal der Hoffnung sein, des Dankes und der Versöhnung, das ohne Anklage noch in Jahrhunderten den Willen zur Freiheit, den Mut zur Gerechtigkeit, zur Menschenwürde und zum Frieden bekundet.


Beschreibung und Bedeutung des Friedlandgedächtnisstätte

4 bis 28 m flügelartige Wandscheiben, die symbolisch vier nach allen Himmelsrichtungen geöffnete Lagertore darstellen. Es soll die Opfer ehren, die in der Unfreiheit und auf den Straßen der Flucht ihr Leben ließen, Gegenwart und Nachwelt warnend, damit Frieden und Freiheit für alle Menschen gewonnen und erhalten werden.

Das Mahnmal bleibt nach allen Seiten offen. Offen nach allen Gewahrsamsbereichen, nach allen Himmelsrichtungen hin. Das Tor zur Freiheit im Rufe der Friedlandglocke, auffordernd voll Haltung zu bleiben, Zuversicht kündend für alle, die unfrei sind. Magnet des großen Kraftfeldes Freiheit, das wirkt und sich offen hält in den Morgen hinein. 28 m hohe flügelartige Tore, zeitlos im ihrem Stil. Ihre Form soll die Spannungen ahnen lassen, unter denen das millionenfache Schicksal stand. Widerstand in Wellenbrechern, stumpf geworden oder hart geblieben, gekappt oder steil an den spitzen, kraftvolle Segel im Sturm gebändigt durch die Bindung zur Mitte hin, gehindert am Zusammenprall durch eine spürbare aber unsichtbare achtungsgebietende Kraft im Mittelraum. Der Erhabenheit und der Andacht, des Gedenkens, der Besinnung und des Gebetes.